Mattes oder glänzendes Besteck – was ist pflegeleichter?

Beim Kauf eines neuen Bestecksets fällt die Entscheidung längst nicht nur zwischen verschiedenen Formen, Marken und Materialien. Auch die Oberfläche verändert den Eindruck eines Bestecks erheblich. Hochglanzpolierte Messer, Gabeln und Löffel wirken klassisch, elegant und reflektieren Licht beinahe wie ein Spiegel. Mattiertes Besteck erscheint zurückhaltender, moderner und häufig etwas unkomplizierter. Besonders im Alltag stellt sich deshalb die Frage, welche Oberfläche pflegeleichter ist. Die Antwort hängt davon ab, welche Gebrauchsspuren als störend empfunden werden. Fingerabdrücke und Wasserflecken fallen auf glänzendem Besteck meist schneller auf, während Kratzer und Abrieb auf matten Oberflächen anders sichtbar werden können. Auch die Qualität der Verarbeitung spielt eine größere Rolle als die Entscheidung zwischen matt und glänzend allein.

Was unterscheidet mattes von glänzendem Besteck?

Bei beiden Varianten kann unter der Oberfläche derselbe Edelstahl stecken. Ein Besteck aus 18/10 Edelstahl kann hochglänzend poliert, satiniert oder auf andere Weise mattiert werden.

Der Unterschied entsteht deshalb zunächst durch die Bearbeitung der Oberfläche.

Beim Hochglanzpolieren wird die Oberfläche so fein bearbeitet, dass sie Licht sehr gleichmäßig reflektiert. Dadurch entsteht der typische spiegelnde Glanz.

Bei mattem Besteck wird die Oberfläche dagegen bewusst so behandelt, dass das Licht stärker gestreut wird. Je nach Herstellungsverfahren kann das Ergebnis von einer sehr feinen seidenmatten Struktur bis zu einer deutlich sichtbaren Bürstung reichen.

Mattes Besteck besteht deshalb nicht automatisch aus einem anderen oder schlechteren Material.

Hochglanzbesteck wirkt besonders klassisch

Glänzendes Edelstahlbesteck ist seit Jahrzehnten weit verbreitet. Die spiegelnde Oberfläche erinnert an klassisches Tafelsilber und passt sowohl zu schlichtem weißem Geschirr als auch zu aufwendig gedeckten Tafeln.

Lichtreflexe lassen das Besteck besonders sauber und hochwertig erscheinen.

Gerade bei festlichen Anlässen kann dies ein Vorteil sein. Ein frisch poliertes Besteckset erzeugt auf einer gedeckten Tafel einen deutlich stärkeren optischen Effekt als viele matte Varianten.

Diese Wirkung hat allerdings eine Kehrseite: Alles, was den gleichmäßigen Glanz unterbricht, fällt ebenfalls schneller auf.

Fingerabdrücke sind auf glänzendem Besteck deutlicher sichtbar

Wer einen hochglanzpolierten Löffel mit den Fingern anfasst, hinterlässt Fett und Feuchtigkeit auf seiner Oberfläche. Unter bestimmten Lichtverhältnissen werden diese Spuren sofort sichtbar.

Das ist kein Qualitätsmangel.

Auf einer spiegelnden Fläche entsteht lediglich ein größerer optischer Kontrast zwischen der sauberen Oberfläche und dem Fingerabdruck.

Besonders beim Eindecken einer festlichen Tafel kann es deshalb sinnvoll sein, glänzendes Besteck ausschließlich am Griff anzufassen oder sichtbare Spuren anschließend kurz mit einem weichen Tuch zu entfernen.

Im normalen Familienalltag spielen Fingerabdrücke meist eine geringere Rolle.

Mattes Besteck kaschiert Fingerabdrücke besser

Auf einer strukturierten oder satinierten Oberfläche werden Lichtreflexe ohnehin ungleichmäßig verteilt. Dadurch fallen kleinere Fettspuren häufig weniger stark auf.

Das macht mattes Besteck im Alltag optisch unkompliziert.

Nach dem Ausräumen der Spülmaschine muss nicht jeder einzelne Fingerabdruck entfernt werden, damit das Besteck ordentlich aussieht. Gerade bei häufiger Nutzung kann dies angenehm sein.

Unsichtbar werden Fettspuren dadurch allerdings nicht. Auch mattes Besteck sollte selbstverständlich sauber gehalten werden.

Der Vorteil besteht vor allem darin, dass leichte Gebrauchsspuren weniger ins Auge springen.

Wasserflecken fallen auf Hochglanz schneller auf

Nach dem Spülen können kleine Wassertropfen auf dem Besteck zurückbleiben. Verdunstet das Wasser, können darin enthaltene Mineralstoffe auf der Oberfläche sichtbar bleiben.

Auf spiegelnd poliertem Edelstahl zeigen sich solche Rückstände häufig als helle Punkte oder Schlieren.

Je härter das Wasser ist, desto deutlicher können sie ausfallen.

Mattes Besteck ist nicht automatisch vor Kalk- oder Mineralrückständen geschützt. Durch die weniger spiegelnde Oberfläche sind diese Flecken lediglich häufig weniger auffällig.

Wer besonders empfindlich auf Wasserflecken reagiert, empfindet eine matte Oberfläche daher oft als pflegeleichter.

Die Spülmaschine entscheidet mit über das Erscheinungsbild

Wie sauber und fleckenfrei Besteck aus dem Geschirrspüler kommt, hängt nicht allein von seiner Oberfläche ab.

Wasserhärte, Enthärtungsanlage, Klarspüler, Spülprogramm, Beladung und Trocknung beeinflussen das Ergebnis.

Ein optimal eingestellter Geschirrspüler kann auch hochglanzpoliertes Besteck nahezu fleckenfrei reinigen. Umgekehrt können auf mattem Besteck deutliche Rückstände entstehen, wenn die Wasserenthärtung nicht richtig eingestellt ist.

Wer ständig Flecken auf seinem Besteck findet, sollte deshalb nicht automatisch die Oberfläche dafür verantwortlich machen.

Glänzendes Besteck lässt sich besonders leicht polieren

Ein Vorteil hochglanzpolierter Oberflächen besteht darin, dass sie sich mit einem weichen Tuch sehr einfach wieder auf Hochglanz bringen lassen.

Leichte Fingerabdrücke, Wasserflecken und Schlieren verschwinden häufig bereits durch kurzes Nachpolieren.

Für einen schön gedeckten Tisch ist dies praktisch. Das komplette Besteckset lässt sich vor einem besonderen Anlass innerhalb kurzer Zeit optisch auffrischen.

Bei stark strukturierten matten Oberflächen funktioniert klassisches Polieren dagegen weniger gut. Ihre Optik entsteht gerade dadurch, dass die Oberfläche nicht vollkommen spiegelglatt erscheint.

Kratzer sind auf glänzendem Besteck nicht immer schlimmer

Häufig wird angenommen, dass jeder kleine Kratzer auf Hochglanzbesteck sofort sichtbar sein muss. Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Tatsächlich können einzelne Kratzer auf einer spiegelnden Fläche auffallen. Gleichzeitig entstehen bei regelmäßig benutztem Besteck mit der Zeit viele sehr feine Gebrauchsspuren.

Diese können sich zu einer gleichmäßigen Patina entwickeln und fallen dann deutlich weniger auf als ein einzelner tiefer Kratzer.

Ob Gebrauchsspuren störend wirken, hängt außerdem stark vom Design und von der Qualität der Politur ab.

Ein hochwertiges, seit Jahren benutztes Hochglanzbesteck kann trotz kleiner Kratzer weiterhin sehr gepflegt aussehen.

Mattierte Oberflächen können ebenfalls Gebrauchsspuren bekommen

Matt bedeutet nicht kratzfest.

Auch ein satiniertes Besteck kann durch Kontakt mit anderen Metallgegenständen, Scheuerschwämmen oder harten Oberflächen beschädigt werden.

Besonders störend können glänzende Kratzer auf einer gleichmäßig matten Oberfläche wirken. Wird die ursprüngliche Struktur an einer Stelle geglättet, reflektiert dieser Bereich das Licht anders als seine Umgebung.

Bei gebürsteten Oberflächen kann außerdem die Richtung der ursprünglichen Struktur wichtig sein.

Ein quer dazu verlaufender Kratzer kann deshalb auffälliger wirken als auf den ersten Blick erwartet.

Matte Oberfläche bedeutet nicht automatisch weniger Pflege

Im täglichen Gebrauch wird mattes Besteck häufig als pflegeleicht empfunden, weil Fingerabdrücke und leichte Wasserflecken weniger auffallen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es weniger gereinigt werden muss.

Speisereste, Fett und andere Verschmutzungen haften unabhängig von der optischen Wirkung auf der Oberfläche. Das Besteck muss daher genauso gründlich gespült werden wie eine glänzende Variante.

Der Unterschied liegt vor allem darin, wie schnell kleine optische Unregelmäßigkeiten sichtbar werden.

Pflegeleicht bedeutet in diesem Zusammenhang also eher „sieht länger ordentlich aus“ als „muss seltener gereinigt werden“.

Sehr raue Oberflächen können schwieriger zu reinigen sein

Nicht jedes matte Besteck besitzt dieselbe Oberfläche. Viele hochwertige Modelle sind sehr fein satiniert und fühlen sich beinahe glatt an.

Andere Designs besitzen eine deutlich stärker strukturierte oder gebürstete Oberfläche.

Je ausgeprägter die Struktur ist, desto eher können sich feine Verschmutzungen in kleinen Vertiefungen festsetzen.

Für den normalen Gebrauch ist dies bei gut verarbeitetem Besteck meist kein größeres Problem. Trotzdem sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Oberfläche angenehm glatt und gleichmäßig verarbeitet ist.

Eine raue Oberfläche ist kein notwendiges Merkmal von mattem Besteck.

Hochglanz kann günstiges Besteck hochwertiger erscheinen lassen

Eine stark reflektierende Oberfläche erzeugt schnell einen hochwertigen Eindruck. Deshalb findet man Hochglanzpolitur sowohl bei sehr preiswerten als auch bei ausgesprochen teuren Bestecksets.

Der Glanz allein sagt wenig über die tatsächliche Qualität aus.

Entscheidend sind Materialstärke, Verarbeitung der Kanten, Balance, Oberflächenqualität und die Konstruktion der Messer.

Ein dünnes, leichtes Besteck kann hervorragend glänzen und sich trotzdem wenig wertig anfühlen.

Umgekehrt kann ein schlichtes mattes Besteck sehr massiv und hochwertig verarbeitet sein.

Mattes Besteck wirkt häufig moderner

Die Entscheidung für eine matte Oberfläche wird häufig aus gestalterischen Gründen getroffen.

Seidenmatte und gebürstete Bestecke passen besonders gut zu moderner Keramik, Steingut, dunklem Geschirr und minimalistischen Tischdekorationen.

Ihre Oberfläche wirkt weniger festlich und dafür häufig lässiger.

Gerade in Haushalten, in denen ein Besteckset jeden Tag verwendet wird und nicht nur bei besonderen Gelegenheiten auf den Tisch kommt, kann diese Optik sehr passend sein.

Sie ist allerdings eine Mode- und Geschmacksfrage und kein objektives Qualitätsmerkmal.

Hochglanz ist besonders zeitlos

Während bestimmte matte, schwarze oder farbige Oberflächen stark von aktuellen Einrichtungstrends geprägt sein können, gehört klassisch glänzender Edelstahl seit Jahrzehnten zum Standard.

Ein schlichtes hochglanzpoliertes Besteck lässt sich mit nahezu jeder Art von Geschirr kombinieren.

Wer ein hochwertiges Set für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte kaufen möchte, kann deshalb mit einer klassischen glänzenden Ausführung wenig falsch machen.

Das gilt insbesondere dann, wenn das Geschirr im Haushalt häufiger gewechselt wird als das Besteck.

Ein neutral gestaltetes Besteck bleibt flexibel kombinierbar.

Teilmattierte Bestecke verbinden beide Oberflächen

Viele Hersteller kombinieren glänzende und matte Bereiche innerhalb eines Besteckteils.

Ein Griff kann beispielsweise satiniert sein, während Laffe, Gabelkopf oder Messerklinge hochglänzend poliert sind.

Dadurch entstehen interessante optische Kontraste.

Gleichzeitig werden die Bereiche, die besonders häufig mit den Händen berührt werden, weniger empfindlich gegenüber sichtbaren Fingerabdrücken.

Solche Kombinationen können deshalb einen guten Kompromiss darstellen, wenn die elegante Wirkung von Hochglanz gewünscht wird, das Besteck aber nicht vollständig spiegelnd erscheinen soll.

Besteck mit Ornamenten benötigt zusätzliche Aufmerksamkeit

Bei verzierten Bestecken ist nicht nur die Oberflächenart entscheidend.

Vertiefungen, Prägungen und feine Ornamente können kleine Bereiche schaffen, in denen sich Rückstände leichter sammeln.

Bei einem sehr schlichten, glatten Besteck spielt dieser Punkt kaum eine Rolle.

Wer möglichst wenig Pflegeaufwand möchte, sollte deshalb nicht nur zwischen matt und glänzend entscheiden, sondern auch auf die Form achten.

Ein schlichtes, fein satiniertes Besteck ohne tiefe Verzierungen gehört in der Regel zu den unkompliziertesten Varianten für den Alltag.

Schwarzes oder goldenes Besteck ist etwas anderes

Mattes Edelstahlbesteck darf nicht mit farbig beschichtetem Besteck verwechselt werden.

Eine matte Oberfläche kann allein durch mechanische Bearbeitung des Edelstahls entstehen. Schwarzes, goldenes oder kupferfarbenes Besteck erhält seine Optik dagegen durch zusätzliche Oberflächenverfahren oder Beschichtungen.

Für deren Pflege gelten möglicherweise andere Anforderungen.

Ob ein solches Besteck dauerhaft spülmaschinengeeignet ist, hängt vom jeweiligen Herstellungsverfahren ab.

Wer ausschließlich möglichst pflegeleichtes Besteck sucht, ist mit klassischem Edelstahl in matt oder glänzend meist unkomplizierter unterwegs als mit auffälligen farbigen Oberflächen.

Welches Besteck eignet sich besser für Familien?

In einem Familienhaushalt wird Besteck häufig benutzt, gespült und wieder eingeräumt. Perfekter Hochglanz spielt beim täglichen Frühstück oder Abendessen meist eine geringere Rolle.

Mattes oder satiniertes Besteck kann hier einen praktischen Vorteil besitzen, weil Fingerabdrücke und einzelne Wasserflecken weniger schnell auffallen.

Das gilt besonders dann, wenn Kinder ihr Besteck selbst aus der Schublade nehmen und wieder einräumen.

Entscheidender als die Oberfläche ist allerdings eine robuste Verarbeitung. Gabeln sollten sich nicht leicht verbiegen und Messer sollten auch häufige Spülgänge problemlos überstehen.

Für einen Familienhaushalt ist ein solides Edelstahlbesteck deshalb wichtiger als die Frage, ob es glänzt.

Welches Besteck eignet sich besser für festliche Tafeln?

Bei besonderen Anlässen besitzt Hochglanz einen traditionellen Vorteil.

Poliertes Besteck reflektiert Kerzenlicht und Beleuchtung und wirkt gemeinsam mit Gläsern, Porzellan und Tischdekoration besonders elegant.

Deshalb ist glänzendes Besteck nach wie vor in vielen Restaurants und bei klassischen Tafeln beliebt.

Vor dem Eindecken sollte es möglichst frei von Wasserflecken und Fingerabdrücken sein.

Wer dagegen einen modernen, zurückhaltenden Tisch bevorzugt, kann auch mit satiniertem Besteck eine sehr hochwertige Wirkung erzielen.

Festlich muss deshalb nicht zwingend glänzend bedeuten.

Muss glänzendes Besteck nach jedem Spülgang poliert werden?

Nein. Ein gutes Edelstahlbesteck kann nach dem Spülen normalerweise direkt in den Besteckkasten eingeräumt werden.

Ein zusätzliches Polieren ist lediglich dann erforderlich, wenn sichtbare Wasserflecken oder Schlieren stören.

Bei normaler Alltagsnutzung lohnt sich dieser Aufwand meistens nicht.

Vor einem besonderen Essen kann das Besteck dagegen mit einem weichen Tuch kurz nachpoliert werden.

Dadurch entsteht wieder eine besonders gleichmäßige, spiegelnde Oberfläche.

Mikrofasertücher vorsichtig auswählen

Zum Entfernen leichter Fingerabdrücke eignet sich ein weiches sauberes Tuch.

Dabei sollte darauf geachtet werden, dass sich keine harten Partikel im Stoff befinden. Ein Tuch, das zuvor zum Reinigen anderer Oberflächen benutzt wurde und kleine Sand- oder Schmutzpartikel enthält, kann feine Kratzer verursachen.

Besonders bei hochglanzpoliertem Besteck werden solche Spuren unter hellem Licht sichtbar.

Ein separates weiches Tuch für Besteck und empfindliche Oberflächen ist deshalb sinnvoll.

Aggressive Scheuerschwämme werden für die normale Reinigung nicht benötigt.

Scheuermittel können beide Oberflächen verändern

Starke Scheuermittel sind weder für glänzendes noch für mattes Besteck ideal.

Auf Hochglanzoberflächen können sie feine Kratzer erzeugen und die spiegelnde Wirkung reduzieren.

Bei satiniertem Besteck kann intensives Scheuern die ursprüngliche Struktur verändern. Dadurch entstehen Stellen, die stärker glänzen oder eine andere Schleifrichtung besitzen.

Hartnäckige Flecken sollten deshalb möglichst mit einem für Edelstahl geeigneten Reinigungsmittel und einer schonenden Methode behandelt werden.

Mechanische Gewalt ist bei normalem Edelstahlbesteck selten notwendig.

Flugrost hat nichts mit matt oder glänzend zu tun

Braune Rostpunkte können sowohl auf mattem als auch auf glänzendem Edelstahl auftreten.

Bei sogenanntem Flugrost stammen die Eisenpartikel häufig von einem anderen Gegenstand in der Spülmaschine.

Die Oberflächenart schützt nicht grundsätzlich davor.

Auf hochglanzpoliertem Besteck fallen braune Punkte aufgrund des starken Kontrasts möglicherweise schneller auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass glänzendes Besteck häufiger betroffen ist.

Bei wiederkehrendem Flugrost sollte deshalb nach der Ursache in der Spülmaschine gesucht werden und nicht die Oberfläche des Bestecks verantwortlich gemacht werden.

Hochwertige Mattierung muss gleichmäßig sein

Bei einem neuen matten Besteck lohnt sich ein genauer Blick auf die Oberfläche.

Die Struktur sollte möglichst gleichmäßig erscheinen. Flecken, deutlich unterschiedliche Schleifrichtungen oder unregelmäßige glänzende Bereiche können auf eine weniger sorgfältige Verarbeitung hinweisen.

Auch die Übergänge zwischen matten und glänzenden Bereichen sollten sauber ausgeführt sein.

Besonders bei schlichtem Besteck fällt eine ungleichmäßige Oberfläche schnell auf, weil kaum dekorative Elemente davon ablenken.

Eine gute Mattierung wirkt deshalb ruhig und gleichmäßig.

Auch Hochglanz zeigt die Qualität der Verarbeitung

Eine spiegelnde Oberfläche kann kleine Verarbeitungsfehler besonders deutlich sichtbar machen.

Unebenheiten, Schleifspuren oder schlecht bearbeitete Kanten werden durch Reflexionen hervorgehoben.

Bei hochwertigem Besteck wirkt die Oberfläche dagegen gleichmäßig und klar.

Ein genauer Blick auf Löffel und Gabeln kann deshalb beim Kauf mehr verraten als die Materialangabe allein.

Besonders die Innenseite eines Löffels sollte sauber poliert sein und keine groben Bearbeitungsspuren besitzen.

Bei täglicher Nutzung entwickelt jedes Besteck Patina

Ein Besteckset ist ein Gebrauchsgegenstand. Messer, Gabeln und Löffel kommen täglich mit Tellern, Schüsseln, anderen Besteckteilen und der Spülmaschine in Kontakt.

Vollkommen ohne Gebrauchsspuren bleibt deshalb weder eine matte noch eine glänzende Oberfläche.

Mit der Zeit entsteht eine individuelle Patina aus sehr kleinen Kratzern und Veränderungen.

Bei hochwertigem Edelstahl beeinträchtigt dies die Funktion nicht.

Wer ein Besteck über viele Jahre benutzt, sollte deshalb nicht erwarten, dass es dauerhaft exakt wie am ersten Tag aussieht.

Stark zerkratztes Hochglanzbesteck kann professionell aufgearbeitet werden

Bei hochwertigem oder wertvollem Besteck kann eine stark beanspruchte Oberfläche gegebenenfalls wieder aufbereitet werden.

Durch fachgerechtes Schleifen und Polieren lassen sich bei geeigneten massiven Edelstahlteilen zahlreiche oberflächliche Gebrauchsspuren reduzieren.

Bei beschichteten oder sehr dünnen Bestecken ist dies deutlich schwieriger.

Auch eine satinierte Oberfläche lässt sich grundsätzlich erneuern, allerdings muss dabei die ursprüngliche Struktur möglichst gleichmäßig wiederhergestellt werden.

Für preisgünstiges Alltagsbesteck lohnt sich eine professionelle Aufarbeitung wirtschaftlich meist nicht.

Pflegeleicht hängt auch vom eigenen Anspruch ab

Zwei Menschen können dasselbe Besteck vollkommen unterschiedlich beurteilen.

Wer bereits einen einzelnen Fingerabdruck auf einem Löffel störend findet, wird mattes Besteck wahrscheinlich als angenehmer empfinden.

Wer dagegen den spiegelnden Glanz liebt und das gelegentliche Polieren nicht als Belastung empfindet, kann mit Hochglanz genauso zufrieden sein.

Die Frage nach der Pflegeleichtigkeit ist deshalb teilweise subjektiv.

Technisch benötigen beide Oberflächen eine ähnliche Reinigung. Optisch verzeiht eine matte Oberfläche jedoch meistens etwas mehr.

Mattes Besteck ist für den unkomplizierten Alltag leicht im Vorteil

Wenn ausschließlich gefragt wird, welche Oberfläche im täglichen Gebrauch weniger Arbeit macht, besitzt mattes beziehungsweise satiniertes Besteck einen kleinen Vorteil.

Fingerabdrücke, leichte Wasserflecken und feine Gebrauchsspuren fallen häufig weniger schnell auf.

Das Besteck sieht dadurch auch dann ordentlich aus, wenn es direkt aus der Spülmaschine in den Besteckkasten gewandert ist.

Dieser Vorteil sollte allerdings nicht überschätzt werden.

Ein hochwertiges glänzendes Edelstahlbesteck ist ebenfalls ausgesprochen pflegeleicht und verlangt im normalen Alltag keine permanente Sonderbehandlung.

Glänzendes Besteck punktet bei klassischer Eleganz

Wer Wert auf einen besonders klassischen und festlichen Eindruck legt, wird häufig weiterhin zu Hochglanz greifen.

Die spiegelnde Oberfläche wirkt frisch poliert sehr hochwertig und lässt sich hervorragend mit fast jedem Geschirr kombinieren.

Die etwas höhere Sichtbarkeit von Fingerabdrücken und Wasserflecken ist der Preis für diesen Effekt.

Bei einem guten Geschirrspüler und korrekt eingestellter Wasserenthärtung bleibt der zusätzliche Pflegeaufwand jedoch überschaubar.

Oft genügt vor besonderen Anlässen ein kurzes Nachpolieren.

Nicht die Oberfläche allein sollte über den Kauf entscheiden

Ein schönes Finish kann schnell dazu führen, andere Eigenschaften eines Bestecks zu übersehen.

Dabei werden Messer, Gabeln und Löffel in erster Linie benutzt und nicht nur betrachtet.

Das Gewicht muss angenehm sein, die Griffe sollten gut in der Hand liegen, Kanten sauber verarbeitet sein und die Messer vernünftig schneiden.

Auch die Möglichkeit, einzelne Besteckteile später nachzukaufen, kann wesentlich wichtiger sein als die Entscheidung zwischen einer matten und glänzenden Oberfläche.

Ein Besteckset, das hervorragend aussieht, aber unangenehm in der Hand liegt, wird im Alltag kaum Freude bereiten.

Fazit: Matt ist etwas unkomplizierter, Hochglanz etwas empfindlicher

Sowohl mattes als auch glänzendes Edelstahlbesteck kann ausgesprochen pflegeleicht und langlebig sein. Die Unterschiede liegen vor allem darin, wie sichtbar die unvermeidlichen Spuren des täglichen Gebrauchs werden.

Auf hochglanzpolierten Oberflächen fallen Fingerabdrücke, Wassertropfen und einzelne Schlieren schneller auf. Dafür lässt sich das Besteck leicht nachpolieren und erzeugt auf einer gedeckten Tafel eine klassische, besonders elegante Wirkung.

Mattes und satiniertes Besteck verzeiht optisch etwas mehr. Kleine Fingerabdrücke und leichte Wasserflecken treten weniger deutlich hervor, weshalb es für den unkomplizierten Alltag einen kleinen Vorteil besitzt. Kratzfest ist es deshalb allerdings nicht.

Wer möglichst wenig über die Optik seines täglichen Bestecks nachdenken möchte, ist mit einer schlichten, fein satinierten Edelstahloberfläche gut beraten. Wer dagegen den klassischen Glanz bevorzugt, muss sich vor Hochglanzbesteck nicht fürchten. Auch dieses benötigt bei normaler Nutzung kaum mehr als die gewöhnliche Reinigung in der Spülmaschine und gelegentlich ein weiches Tuch.

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