Flugrost auf Besteck: Woher er kommt und wie man ihn entfernt

Braune oder rötliche Punkte auf frisch gespültem Besteck sorgen schnell für Verunsicherung. Schließlich wurde Edelstahlbesteck häufig gerade deshalb gekauft, weil es als rostfrei und pflegeleicht gilt. Tauchen nach einigen Spülgängen plötzlich Rostflecken auf Messer, Gabel oder Löffel auf, bedeutet das jedoch nicht zwangsläufig, dass das Besteck selbst rostet. Häufig handelt es sich um sogenannten Flugrost. Dabei gelangen winzige Eisen- beziehungsweise Rostpartikel von einer anderen Quelle auf die Oberfläche des Bestecks und beginnen dort zu oxidieren. Wird der Belag frühzeitig erkannt, lässt er sich meist vergleichsweise einfach entfernen. Wichtiger ist anschließend die Frage, woher die Rostpartikel stammen und wie sich ein erneutes Auftreten vermeiden lässt. Bosch beschreibt Flugrost ebenfalls als Ablagerung von Eisenpartikeln auf Edelstahl, die anschließend unter Einfluss von Feuchtigkeit oxidieren.

Was ist Flugrost überhaupt?

Der Begriff Flugrost beschreibt oberflächliche Rostablagerungen, die sich auf einem eigentlich korrosionsbeständigen Material befinden können. Der Rost muss also nicht aus dem Material des betroffenen Besteckteils selbst entstanden sein.

Winzige Eisenpartikel gelangen auf die Edelstahloberfläche und reagieren dort mit Sauerstoff und Feuchtigkeit. Es entstehen die typischen braunen bis orangefarbenen Punkte oder Schlieren. Besonders auffällig werden sie auf glänzendem Edelstahl, weil sich die dunklen Verfärbungen deutlich von der polierten Oberfläche abheben.

Das erklärt auch, weshalb mehrere Besteckteile gleichzeitig betroffen sein können. Nicht jedes einzelne Messer und jede einzelne Gabel muss plötzlich einen Materialfehler besitzen. Befand sich eine Rostquelle gemeinsam mit dem Besteck in der Spülmaschine, können die Partikel während des Spülvorgangs verteilt werden. Miele weist ausdrücklich darauf hin, dass Rost von bereits korrodierten Gegenständen beim Spülen auf andere Geschirrteile übertragen werden kann.

Flugrost und echter Rost sind nicht dasselbe

Für die weitere Behandlung ist es wichtig, zwischen einer oberflächlichen Rostablagerung und einer tatsächlichen Korrosion des Bestecks zu unterscheiden.

Flugrost sitzt zunächst auf der Oberfläche. Typisch sind kleine Punkte oder dünne bräunliche Stellen, die sich mit geeigneten Reinigungsmethoden entfernen lassen. Darunter kommt wieder die weitgehend unbeschädigte Edelstahloberfläche zum Vorschein.

Anders sieht es aus, wenn das Material selbst angegriffen wurde. Tiefe Stellen, raue Oberflächen, kleine Vertiefungen oder Rost, der nach jeder Reinigung sehr schnell exakt an derselben Stelle zurückkehrt, können auf eine tatsächliche Beschädigung oder unzureichende Korrosionsbeständigkeit hinweisen.

Miele nennt beispielsweise auch nicht ausreichend rostbeständiges Besteck als mögliche Ursache von Rostspuren und empfiehlt in diesem Fall den Wechsel auf spülmaschinenfestes Besteck.

Warum rostet Edelstahl normalerweise nicht so leicht?

Edelstahlbesteck enthält in der Regel Chrom. Dieses sorgt dafür, dass sich an der Oberfläche eine sehr dünne schützende Passivschicht bildet. Sie erschwert die weitere Reaktion des darunterliegenden Metalls mit Sauerstoff und Feuchtigkeit.

Diese Schutzwirkung macht Edelstahl ausgesprochen widerstandsfähig, bedeutet aber nicht, dass jedes Edelstahlprodukt unter sämtlichen Bedingungen vollkommen gegen Korrosion geschützt ist.

Auch die genaue Legierung, die Verarbeitung und die Oberflächenqualität spielen eine Rolle. Hinzu kommen die Bedingungen, denen das Besteck täglich ausgesetzt ist. Salz, Säuren, Feuchtigkeit und der Kontakt mit anderen Metallen können problematisch werden.

Die Bezeichnung „rostfrei“ sollte deshalb nicht als Versprechen verstanden werden, dass niemals ein brauner Fleck auf dem Besteck erscheinen kann.

Die Spülmaschine ist der häufigste Ort für Flugrost

Flugrost fällt besonders häufig unmittelbar nach einem Spülgang auf. Das ist kein Zufall. In einer Spülmaschine kommen Wasser, hohe Temperaturen, Reinigungsmittel und zahlreiche unterschiedliche Metallgegenstände zusammen. Gleichzeitig verteilt das Spülwasser gelöste Partikel innerhalb des gesamten Innenraums.

Eine kleine Rostquelle kann daher ausreichen, um sichtbare Spuren auf mehreren Besteckteilen zu hinterlassen.

Bosch nennt unter anderem beschädigte Geschirrkörbe, Pfannenstiele und ältere Messerklingen als mögliche Quellen für Rostpartikel in der Spülmaschine.

Wer regelmäßig Flugrost auf seinem Besteck entdeckt, sollte deshalb nicht zuerst das Besteck austauschen. Sinnvoller ist eine gründliche Suche nach der eigentlichen Rostquelle.

Beschädigte Geschirrkörbe als versteckte Rostquelle

Die Körbe einer Spülmaschine bestehen häufig aus Metalldraht, der mit einer schützenden Kunststoffschicht überzogen ist. Diese Beschichtung verhindert den direkten Kontakt des Metalls mit Wasser und Reinigungsmitteln.

Im Laufe der Jahre kann die Kunststoffummantelung jedoch beschädigt werden. Ein Teller schlägt gegen einen Draht, ein Messer scheuert immer wieder über dieselbe Stelle oder das Material wird altersbedingt spröde.

Liegt anschließend blankes Metall frei, kann dort Rost entstehen. Die Roststelle am Geschirrkorb selbst ist möglicherweise kaum sichtbar, während sich die abgelösten Partikel auf glänzendem Besteck sofort bemerkbar machen.

Wer Flugrost entdeckt, sollte deshalb Ober- und Unterkorb sorgfältig kontrollieren. Besonders interessant sind Übergänge, Schweißstellen und Bereiche, an denen die Kunststoffbeschichtung bereits aufgeplatzt oder abgerieben ist. Auch Bosch nennt beschädigte Geschirrkörbe ausdrücklich als mögliche Ursache.

Küchenmesser können den Flugrost verursachen

Nicht jedes Messer besteht aus derselben Edelstahlsorte wie klassisches Tafelbesteck. Eine Messerklinge muss vor allem hart und schnitthaltig sein. Dafür werden Stähle eingesetzt, deren Eigenschaften sich von denen eines Löffels oder einer Gabel unterscheiden können.

Vor allem ältere oder bereits beschädigte Messer können Roststellen entwickeln. Werden sie gemeinsam mit dem übrigen Besteck in der Spülmaschine gereinigt, können Rostpartikel weitergetragen werden.

Interessanterweise muss das Messer, das den Flugrost verursacht, nicht besonders stark verrostet aussehen. Bereits kleine angegriffene Stellen können ausreichen.

Wer die Ursache nicht findet, kann daher versuchsweise ältere Messer, Schäler, Schneidwerkzeuge und andere Metallutensilien einige Spülgänge lang von der Maschine fernhalten und beobachten, ob das Problem weiterhin auftritt.

Auch andere Küchenutensilien kommen als Ursache infrage

Die Suche sollte sich nicht ausschließlich auf das Essbesteck beschränken. In vielen Küchen landet eine Vielzahl unterschiedlicher Gegenstände in der Spülmaschine.

Dazu gehören Schneebesen, Reiben, Siebe, Knoblauchpressen, Topfdeckel, Pfannen, Grillbesteck, Dosenöffner und kleine Küchenwerkzeuge. Besitzt nur einer dieser Gegenstände eine korrodierende Stelle, kann er Rostpartikel in den Spülraum einbringen.

Besonders ältere Gegenstände sollten genauer untersucht werden. Oft versteckt sich Rost an Schrauben, Gelenken, Übergängen zwischen unterschiedlichen Materialien oder schwer zugänglichen Stellen.

Die Quelle kann daher jahrelang unauffällig mitgespült worden sein und erst sichtbar werden, wenn eine Beschichtung beschädigt wurde oder ein Bauteil zu korrodieren beginnt.

Regeneriersalz kann ebenfalls Probleme verursachen

Moderne Geschirrspüler verwenden Regeneriersalz für die interne Wasserenthärtungsanlage. Dieses Salz erfüllt eine wichtige Funktion, sollte aber möglichst nicht dauerhaft im eigentlichen Spülraum liegen bleiben.

Beim Nachfüllen können einzelne Salzkristalle oder Salzlösung neben den Behälter gelangen. Bleiben diese Rückstände längere Zeit im Gerät, können sie korrosive Bedingungen schaffen.

Miele empfiehlt deshalb, nach dem Nachfüllen von Regeneriersalz beziehungsweise nach dem Öffnen des Salzbehälters unmittelbar ein geeignetes Programm ohne Spülgut zu starten, damit eventuell übergelaufene Salzsole verdünnt und abgepumpt wird. Auch eine nicht korrekt geschlossene Kappe des Salzbehälters nennt Miele als mögliche Ursache für Rostspuren.

Wird das Salz einmal daneben geschüttet, sollte man es daher nicht einfach bis zum nächsten regulären Spülgang liegen lassen.

Speisereste können Edelstahl zusätzlich belasten

Besteck kommt mit zahlreichen Lebensmitteln in Kontakt. Salzige und saure Speisen können Metalloberflächen besonders beanspruchen, wenn Rückstände über lange Zeit darauf verbleiben.

Problematisch ist deshalb weniger das normale Essen mit Edelstahlbesteck als die anschließende Lagerung. Ein benutztes Messer, das über viele Stunden oder sogar Tage mit Speiseresten in der feuchten Spülmaschine liegt, befindet sich in einer ungünstigeren Umgebung als ein gereinigtes und trockenes Besteckteil.

Das bedeutet nicht, dass jedes Besteck unmittelbar vorgespült werden muss. Grobe beziehungsweise besonders aggressive Rückstände sollten jedoch nicht unnötig lange auf der Oberfläche verbleiben.

Vor allem wenn bereits Probleme mit Flecken oder Korrosion aufgetreten sind, lohnt es sich, die eigenen Gewohnheiten rund um das Befüllen der Spülmaschine genauer zu beobachten.

Feuchtigkeit verlängert die Einwirkzeit

Nach dem letzten Spülgang verbleibt häufig noch Restfeuchtigkeit in der Maschine. Moderne Geräte versuchen zwar, Geschirr und Besteck möglichst gut zu trocknen, vollkommen trocken sind insbesondere Vertiefungen und Kontaktstellen jedoch nicht immer.

Bleibt die Tür anschließend lange geschlossen, herrscht im Innenraum weiterhin eine feuchte Atmosphäre. Für Flugrost beziehungsweise andere Korrosionsvorgänge sind Feuchtigkeit und Sauerstoff entscheidende Faktoren.

Wer häufig Rostspuren beobachtet, kann deshalb ausprobieren, die Maschine nach Programmende entsprechend den Herstellerhinweisen zu öffnen und das Besteck nicht unnötig lange feucht darin stehen zu lassen.

Dabei geht es weniger darum, jedes einzelne Besteckteil sofort mit einem Geschirrtuch zu polieren. Entscheidend ist vielmehr, ungünstige Bedingungen nicht über viele Stunden aufrechtzuerhalten.

Wie erkennt man Flugrost auf Besteck?

Typischer Flugrost erscheint als kleiner orangebrauner oder dunkelbrauner Punkt auf der Oberfläche. Gelegentlich entstehen mehrere Punkte nebeneinander oder unregelmäßige Schlieren.

Ein wichtiger Hinweis ist die Lage des Rosts. Tritt er nach einem Spülgang plötzlich auf mehreren bislang unauffälligen Besteckteilen auf, spricht dies eher für eine externe Rostquelle als dafür, dass alle betroffenen Teile gleichzeitig zu korrodieren begonnen haben.

Auch die Entfernbarkeit ist ein Hinweis. Oberflächlicher Flugrost lässt sich häufig abreiben oder mit einer geeigneten milden Reinigungsmethode beseitigen.

Bleibt dagegen nach der Reinigung eine Vertiefung zurück oder ist die Oberfläche fühlbar angegriffen, sollte das betroffene Besteckteil genauer untersucht werden.

Flugrost sollte möglichst schnell entfernt werden

Eine oberflächliche Roststelle wirkt zunächst wie ein rein kosmetisches Problem. Trotzdem sollte Flugrost nicht dauerhaft auf dem Besteck verbleiben.

Die Rostpartikel befinden sich in direktem Kontakt mit der Edelstahloberfläche. Wird eine solche Stelle über längere Zeit feucht gehalten, können ungünstige lokale Bedingungen entstehen und die Oberfläche stärker beanspruchen.

Frühzeitiges Reinigen hat noch einen weiteren Vorteil: Frischer oberflächlicher Rost lässt sich in der Regel wesentlich leichter entfernen als eine Stelle, die bereits über längere Zeit vorhanden ist.

Braune Punkte auf dem Besteck sollten deshalb besser nach dem Entdecken beseitigt werden, anstatt auf den nächsten Spülgang zu hoffen.

Flugrost mit einem weichen Tuch entfernen

Bei sehr leichten Ablagerungen reicht manchmal bereits ein feuchtes weiches Tuch. Lässt sich der Punkt damit vollständig abwischen, handelte es sich lediglich um eine oberflächliche Ablagerung.

Anschließend sollte das Besteck gründlich abgespült und getrocknet werden.

Scheuerschwämme aus Metall sind dagegen keine gute Idee. Sie können die Oberfläche zerkratzen und im ungünstigsten Fall selbst metallische Partikel hinterlassen.

Bei polierten Besteckoberflächen fallen solche Kratzer außerdem schnell auf. Eine möglichst schonende Behandlung ist deshalb sinnvoller als kräftiges Scheuern.

Zitronensäure kann bei oberflächlichen Ablagerungen helfen

Leichte Rost- und mineralische Ablagerungen lassen sich häufig mit milden Säuren behandeln. Im Haushalt wird hierfür unter anderem Zitronensäure verwendet.

Dabei sollte das Mittel nicht unnötig lange auf dem Besteck verbleiben. Nach der Behandlung wird das Besteck sorgfältig mit sauberem Wasser abgespült und anschließend getrocknet.

Bei beschichteten, gefärbten oder anderweitig veredelten Bestecken sollte man allerdings vorsichtiger sein. Nicht jede Oberfläche verträgt dieselben Reinigungsmittel.

In diesem Fall ist die Pflegeanleitung des Herstellers die bessere Grundlage als ein beliebiges Hausmittel.

Spezielle Edelstahlreiniger bei hartnäckigen Stellen

Wenn sich eine Roststelle nicht mit einer milden Reinigung entfernen lässt, kann ein für Edelstahl geeigneter Reiniger verwendet werden. Solche Produkte sind für Metalloberflächen entwickelt und können stärkere Ablagerungen entfernen.

Wichtig ist auch hier, die Herstellerhinweise zu beachten und nach der Anwendung sämtliche Rückstände gründlich zu beseitigen.

Scheuernde Mittel sollten insbesondere bei glänzend poliertem Besteck nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden. Ein Rostpunkt ist zwar störend, eine dauerhaft zerkratzte Oberfläche aber ebenfalls.

Im Zweifel beginnt man deshalb immer mit der schonendsten Methode und steigert die Reinigung erst, wenn dies notwendig wird.

Hilft Essig gegen Flugrost?

Auch Essig beziehungsweise verdünnte Essigsäure wird häufig als Hausmittel gegen oberflächliche Rostablagerungen eingesetzt. Säuren können Rost lösen, allerdings gilt auch hier: Mehr ist nicht automatisch besser.

Besteck sollte nicht über lange Zeit in aggressiven Lösungen eingelegt werden. Außerdem können andere Materialien oder dekorative Beschichtungen empfindlich reagieren.

Für gewöhnliches unbeschichtetes Edelstahlbesteck kann eine kurze Behandlung mit einem milden säurehaltigen Mittel funktionieren. Anschließend muss gründlich mit Wasser nachgespült und das Besteck getrocknet werden.

Bei wertvollem Besteck oder unbekannter Materialzusammensetzung sollte stattdessen ein für die jeweilige Oberfläche freigegebenes Pflegeprodukt verwendet werden.

Aluminiumfolie ist keine Universallösung für Flugrost

Beim Reinigen von Silberbesteck wird häufig die Kombination aus Aluminiumfolie, Salz und heißem Wasser genannt. Daraus entsteht gelegentlich die Annahme, dieselbe Methode müsse auch bei Rost auf Edelstahl sinnvoll sein.

Flugrost und angelaufenes Silber sind jedoch unterschiedliche Probleme. Das typische dunkle Anlaufen von Silber beruht auf anderen chemischen Vorgängen als Rost auf eisenhaltigen Partikeln.

Eine Reinigungsmethode für Silber sollte deshalb nicht automatisch auf Edelstahl übertragen werden.

Für Flugrost genügt in vielen Fällen bereits eine mechanisch sanfte Reinigung oder ein geeignetes Mittel für Edelstahl.

Ein sogenannter Rostschreck kann helfen – aber nicht die Ursache beseitigen

Im Handel werden kleine Metallprodukte angeboten, die unter Bezeichnungen wie Rostschreck oder Rostfänger in den Besteckkorb der Spülmaschine gelegt werden. Sie sollen Rostpartikel beziehungsweise elektrochemische Vorgänge beeinflussen und dadurch Rostflecken auf Besteck reduzieren.

Solche Produkte können im Einzelfall nützlich sein. Sie ersetzen jedoch nicht die Suche nach einer vorhandenen Rostquelle.

Befindet sich beispielsweise ein offen rostender Draht am Geschirrkorb oder ein stark korrodiertes Küchenmesser in der Maschine, ist es sinnvoller, dieses Problem zu beseitigen.

Ein Hilfsmittel im Besteckkorb sollte daher eher als zusätzliche Maßnahme betrachtet werden und nicht als Reparatur einer beschädigten Spülmaschine.

Die Spülmaschine systematisch auf Rost untersuchen

Wer wiederholt Flugrost findet, sollte die Maschine einmal leer und bei guter Beleuchtung kontrollieren.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Geschirrkörbe. Kleine Beschädigungen ihrer Kunststoffbeschichtung sind leicht zu übersehen. Auch Schrauben, Halterungen, Scharniere und metallische Bauteile sollten betrachtet werden.

Anschließend lohnt sich ein Blick auf sämtliche Gegenstände, die normalerweise gemeinsam mit dem Besteck gespült werden. Ein altes Küchenmesser oder eine beschädigte Knoblauchpresse kann genauso verantwortlich sein wie die Maschine selbst.

Wird eine verdächtige Rostquelle gefunden, sollte sie einige Spülgänge entfernt werden. Bleiben die Besteckteile anschließend sauber, ist der Verursacher mit hoher Wahrscheinlichkeit identifiziert.

Beschädigte Stellen am Geschirrkorb nicht ignorieren

Bei einem kleinen Schaden an der Beschichtung des Geschirrkorbes muss nicht immer sofort ein kompletter neuer Geschirrspüler angeschafft werden.

Je nach Hersteller und Modell können beschädigte Körbe ersetzt oder geeignete Reparaturlösungen verwendet werden. Entscheidend ist, dass blankes korrodierendes Metall nicht dauerhaft dem Spülwasser ausgesetzt bleibt.

Eine improvisierte Beschichtung mit irgendeinem Lack ist dagegen keine besonders gute Lösung. Materialien im Innenraum einer Spülmaschine müssen hohe Temperaturen, Wasser und alkalische Reinigungsmittel aushalten.

Sinnvoller sind passende Ersatzteile beziehungsweise vom Hersteller vorgesehene Reparaturmöglichkeiten.

Rostet immer wieder dasselbe Besteckteil, sollte man genauer hinsehen

Flugrost verteilt sich häufig zufällig. Erscheint eine Roststelle dagegen immer wieder exakt an derselben Stelle eines bestimmten Messers oder einer bestimmten Gabel, liegt möglicherweise ein anderes Problem vor.

Die Oberfläche könnte beschädigt sein oder das Material selbst an dieser Stelle korrodieren.

Besonders kritisch sind tiefe Kratzer, Übergänge zwischen Materialien und konstruktive Spalten, in denen Wasser stehen bleiben kann. Auch ältere Messer können an einzelnen Punkten dauerhaft Rost entwickeln.

Ein Besteckteil, das trotz sorgfältiger Reinigung immer wieder an derselben Stelle rostet, sollte deshalb gegebenenfalls ersetzt werden.

Hochwertiges Besteck ist keine Garantie gegen Flugrost

Selbst ein teures Besteckset aus hochwertigem Edelstahl kann Flugrost aufnehmen. Schließlich stammt der Rost in diesem Fall gerade nicht aus dem Besteck selbst.

Ein hochwertiger Edelstahl reduziert das Risiko eigener Korrosion, kann aber nicht verhindern, dass fremde Eisenpartikel auf seiner Oberfläche landen.

Braune Punkte auf einem teuren Besteckset sind daher zunächst kein Beweis für schlechte Qualität.

Umgekehrt sollte man die Materialqualität aber nicht vollständig ausblenden. Wenn ein Besteck großflächig oder dauerhaft selbst korrodiert, kann sehr wohl die verwendete Legierung beziehungsweise deren Verarbeitung eine Rolle spielen.

Flugrost vermeiden durch richtige Kombination in der Spülmaschine

Die einfachste Vorbeugung besteht darin, Gegenstände mit sichtbaren Roststellen überhaupt nicht gemeinsam mit gutem Edelstahlbesteck zu spülen. Miele empfiehlt ausdrücklich, bereits rostende Teile nicht in die Spülmaschine zu geben, weil der Rost auf anderes Spülgut übertragen werden kann.

Ältere Küchenmesser, Werkzeuge oder stark beanspruchte Küchenutensilien können bei Bedarf separat von Hand gereinigt werden.

Auch der Zustand der Maschine sollte regelmäßig kontrolliert werden. Ein beschädigter Geschirrkorb lässt sich wesentlich leichter behandeln, bevor sich großflächiger Rost entwickelt.

Wer diese wenigen Punkte berücksichtigt, kann das Risiko von Flugrost deutlich reduzieren, ohne sein gesamtes Spülverhalten umstellen zu müssen.

Auch die richtige Lagerung schützt das Besteck

Nach der Reinigung sollte Edelstahlbesteck möglichst trocken gelagert werden. Ein klassischer Besteckkasten beziehungsweise Besteckeinsatz sorgt dafür, dass Messer, Gabeln und Löffel getrennt von zahlreichen anderen Küchenutensilien aufbewahrt werden.

Das reduziert nicht nur Unordnung, sondern verhindert auch unnötige Kratzer und dauernden Kontakt mit anderen Metallgegenständen.

Vor dem Einräumen sollte das Besteck trocken sein. In einer geschlossenen Schublade kann Feuchtigkeit nur langsam entweichen.

Besonders hochwertige Bestecksets profitieren davon, wenn sie nicht zusammen mit scharfkantigen Werkzeugen, Scheren oder sonstigen Metallgegenständen lose in einem Fach liegen.

Flugrost ist meistens kein Grund für ein neues Besteckset

Wenn auf einem ansonsten gut erhaltenen Besteckset plötzlich einige Rostpunkte erscheinen, muss es nicht entsorgt werden.

Oberflächlicher Flugrost lässt sich häufig vollständig beseitigen. Entscheidend ist anschließend, die Ursache zu finden. Andernfalls wiederholt sich das Problem unabhängig davon, ob das vorhandene Besteck weiterverwendet oder durch ein neues Set ersetzt wird.

Wer ein neues Besteck in dieselbe Maschine legt, während dort weiterhin ein beschädigter Geschirrkorb rostet, kann kurze Zeit später auf dem neuen Besteck dieselben braunen Punkte entdecken.

Die Suche nach der Quelle ist daher häufig wichtiger als die Behandlung des einzelnen Flecks.

Fazit: Flugrost entfernen und anschließend die Ursache finden

Rostflecken auf Edelstahlbesteck wirken zunächst ärgerlich, sind aber häufig weniger dramatisch, als sie aussehen. Bei Flugrost stammen die rostenden Eisenpartikel von einer anderen Quelle und haben sich lediglich auf der Oberfläche des Bestecks abgesetzt. Typische Verursacher befinden sich direkt in der Spülmaschine: beschädigte Geschirrkörbe, ältere Messer, rostende Küchenutensilien oder ungünstig verteilte Salzreste gehören zu den möglichen Ursachen.

Frische oberflächliche Rostpunkte lassen sich oftmals mit einer schonenden Reinigung entfernen. Anschließend sollte das Besteck gründlich abgespült und getrocknet werden. Noch wichtiger ist jedoch die Suche nach der Quelle. Rostende Gegenstände sollten nicht weiter gemeinsam mit dem Besteck gespült, beschädigte Bereiche der Maschine überprüft und Regeneriersalz sorgfältig eingefüllt werden.

Kehrt der Rost trotz dieser Maßnahmen immer wieder exakt an derselben Stelle zurück oder ist die Oberfläche bereits deutlich angegriffen, kann tatsächlich das Besteck selbst betroffen sein. In diesem Fall ist ein Austausch des betreffenden Teils sinnvoller. Bei typischem Flugrost dagegen besteht meist kein Grund, sich von einem ansonsten einwandfreien Besteckset zu trennen.

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